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Waldbaden als Burn-Out-Prophylaxe

Waldbaden, auch bekannt als Shinrin-Yoku in Japan, nutzt die heilsamen Eigenschaften eines Waldes für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Durch Naturnähe, langsame und achtsame Spaziergänge im Wald, die Aktivierung der Sinne und das bewusste Wahrnehmen der natürlichen Umgebung verbindet man sich mit der Natur und baut den Stress des täglichen modernen Lebens ab.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Waldbaden eine Vielzahl gesundheitlicher Vorteile bieten kann. Dadurch sind Wälder nicht nur als Erholungsräume zur Freizeitgestaltung beliebt, sondern werden im Rahmen komplementärmedizinischer Maßnahmen zur Prävention und Therapie von verschiedenen Krankheiten relevant.


Die von Bäumen abgegebenen Sekundärstoffe, größtenteils Terpenverbindungen, haben nachweislich stressreduzierende und immunstärkende Wirkungen. Menschen, die regelmäßig im Wald baden, berichten von einer gesteigerten Konzentrationsfähigkeit, einem verbesserten Schlaf und einem insgesamt besseren mentalen Wohlbefinden.

Man kann sich vorstellen, dass allein eine smartphonefreie Zeit im Wald großen Destress-Charakter hat. Zugleich tut die körperliche Aktivierung jedem Waldbadenden gut, sei es für wachere Augen, einen klareren Kopf, frische Luft bis in die Lungenspitzen oder lockere Gelenke und straffere Muskeln.

Dennoch ist Waldbaden mehr als nur ein Spaziergang im Wald; es ist eine Gelegenheit, sich mit der Natur zu verbinden und die heilende Kraft des Waldes zu erfahren. Es kann eine Möglichkeit sein, dem hektischen Alltag zu entfliehen, zur inneren Ruhe zu finden und die Natur in all ihrer Pracht zu schätzen. In einer Zeit, in der der Umweltschutz eine immer wichtigere Rolle spielt, kann das Waldbaden auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Erhaltung unserer Wälder und der natürlichen Umwelt stärken.


Und die Idee, Erholung im Wald zu finden, ist natürlich auch nicht neu: bereits Sebastian Kneipp als Wegbereiter moderner Naturheilverfahren nannte „Waldbewegung“ als eine der fünf Säulen seiner Therapie. Dennoch ist auch klar, dass mit zunehmender Urbanisierung die Erholung im Freien oder Naturnahen immer schwieriger für große Teile der Menschheit wird. Gerade in stark industrialisierten Ländern mit großen Ballungsgebieten kann dies schwer bis unmöglich sein.

Und hier kommt Aromatherapie ins Spiel: denn die Waldluft, die wir auf einem Waldspaziergang einatmen, enthält automatisch ätherische Öle, genau die Terpene, die für den Therapieerfolg beim Waldbaden entscheidend sind. Ätherische Öle sind ja nichts anderes als die flüchtigen und duftenden Stoffe, die eine Pflanze absondert und die wir beim Waldspaziergang in der Luft wahrnehmen – und die wir durch Destillation (oder anderen Verfahren) aus der Pflanze gewinnen und dann nutzen können. Was bedeutet das für uns? Ihr ahnt es: wir können uns – wenn gerade keine Zeit ist für einen Waldspaziergang – die heilenden und wohltuenden Terpene mittels ätherischer Öle auch ins Haus holen. Praktisch, oder?


Wissenschaftliche Studien mit Menschen im Krankenhaus haben ergeben, dass der Effekt beim Einatmen ätherischer Waldöle mit dem Erlebnis beim Waldspaziergang durchaus identisch sind: unser Blutdruck sinkt, die Atmung vertieft sich und wir versorgen unsere Lunge und über sie den gesamten Körper mit mehr Sauerstoff, wir bauen Stresshormone ab, bringen negative Gefühle und Gedanken in die Balance und stärken unser Immunsystem.


Je nachdem, wo man in der Welt im Wald ist, gibt es natürlich unterschiedliche Bäume, die uns diesen wohltuenden Effekt bieten (ich hatte noch nicht erwähnt, dass es vor allem die Nadelbäume sind). Da ich wie ihr wisst gerne regional arbeite und auch die Verwendung von dem Körper bekannten und regionalen Düften und Produkten empfehle hier meine 5 Lieblingsbegleiter aus dem Wald:


  • Waldkiefer (lat: Pinus sylvestris): duftet frisch, würzig, holzig, waldig. Großartig für Beschwerden der Atemwege (Dyspnoe, Bronchitis, Husten, Sinusitis, Halsschmerzen, Grippe, Engegefühl in der Brust), bei schlechter Durchblutung und niedrigem Blutdruck, entzündlichen und allergischen Prozessen. Mental hilft es bei Burnout, Lethargie, Erschöpfung, Reizbarkeit, Stress und Unruhe.

  • Fichte (lat: Picea abies): duftet frisch, würzig, waldig. Wunderbar bei Erkältungen, vor allem Schnupfen (auch in einer Pflanzenölmischung für Kinder). Hilft auch bei Muskel- und Gelenkschmerzen, (seelischen) Bauchschmerzen und Anspannung. Außerdem Raumluftverbessernd. (Office Peeps!)

  • Lärche (lat. Larix decidua): duftet waldig, weich, sanft. Lärchenöl befreit die Atemwege und ist gut geeignet für empfindliche Bronchien. Es ist sehr mild und sogar auf der Haut bei kleinen Wunden hilfreich. Seelisch hilft es uns, uns zu öffnen, Neues willkommen zu heißen und uns aufzumachen zu neuen Horizonten und Scheu und Angst zu überwinden.

  • Weißtanne (lat. Abies alba): duftet frisch, klar, „grün“ und typisch nach „Tannenbaum“. Das kostbare Weißtannenöl ist weiterer großartiger Helfer für das Immunsystem. Das Öl hat sich in der Erkältungszeit für die Raumbeduftung bewährt, stärkt außerdem den Geist und den Fokus, hebt die Stimmung, klärt und hilft dabei, Entscheidungen zu treffen.

  • Birke (lat. Betula lenta): duftet medizinsch, minzartig, frisch und leicht süßlich. Es ist wunderbar bei Atemwegserkrankungen, chronischen Verschleimungen, allen Arten von Gelenk- und Muskelschmerzungen auch nach Verletzungen. Es regt die Durchblutung an, ist entzündungshemmend, atemstimulierend und schmerzstillend.


Die o.g. ätherischen Öle findest du auch im Vier-Jahreszeiten-Kurs „Waldbaden & Aromatherapie“ meiner Kollegin Katharina Nathe und mir. Im Gesamtpaket oder den jeweiligen Jahreszeiten-Einzelkursen (FrühlingsErwachen, SommerBrise, HerbstSonne, WinterWaldkräfte) findest du die ätherischen Öle und weitere hier nicht genannte, sowie Pflanzenwasser (Hydrolate) und Basisöle und gleichzeitig Meditationen, Anleitungen für den Waldspaziergang, spezielle Übungen aus der Waldpädagogik, sodass du rundum entspannen kannst.


So kannst du das gesamte unter dem Begriff Shinrin-Yoku gelegene ganzheitliche Erleben der Waldumgebung mit den 5 Sinnen begehen. Dies beinhaltet das Hören der natürlichen Geräusche des Waldes, die Beobachtung der sich verändernden Lichtverhältnisse und der unterschiedlichen Baumarten im Wald, die Anregung des Geschmackssinns durch den Genuss von Beeren und anderen Waldfunden, die taktile Erfahrung durch das Berühren von Bäumen sowie das Wahrnehmen der natürlichen Düfte und Phytonziden (Terpenen und anderen).


Entspannte Grüße!


Deine Julia

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