Mit welchem Gerät beduften?

Aktualisiert: 12. Mai

Diffusoren, Diffuser, Duftlampen, Vernebler – viele Begriffe für ein Objekt, das uns den Duft unserer ätherischen Öle gern in die Raumluft bringt. Doch welches Gerät taugt für meine Ansprüche und was muss ich beachten?



Hier zeige ich dir meine Favoriten für dein Büro, deine Wohnung oder dein Schlafzimmer und gebe dir einen Einblick nach welchen vier Kriterien ich bei meinen Kund:Innen die Auswahl an Beduftungsgeräten eingrenze:


Auswahl nach Raumgröße

Eigentlich klar: ein kleiner Raum braucht weniger Raumduft als ein großer. Warum? Weil zu viele Duftmoleküle in der Luft dazu führen, dass sie sich dorthin begeben möchten, wo die Konzentration eben geringer ist (physikalische Gleichverteilung von Teilchen in einem gemeinsamen Raum). Die Duftmoleküle werden sich also gern sofort in euren Atemwegen verkriechen und von da dann die Lunge erreichen (dann die Blutbahn usw. – das habe ich schon oft erklärt). Wenn die Anzahl der Duft“teilchen“ zu hoch ist, bekommen unsere Atemwege (übrigens auch die Haut und Schleimhäute – der Augen bspw.) einen Duftschock. Besser ist es also, in kleinen Räumen eine zarte Verduftungsapparatur die weniger Reichweite hat zu verwenden und auch sparsam zu dosieren.


Im Officebereich gibt es allerdings oft nicht zu kleine Räume, sondern eher zu große. Ich meine hier Empfangsbereiche, Wartezimmer, Aufenthaltsräume in denen sich das Aroma schnell verflüchtigt und durch offene Türen und/oder Fenster verschwinden lassen. Auch lange Flure und Gänge stehen bei den Firmeninhaber:innen ganz oben auf der Beduftungs-Wunschliste, nur leider gibt es da fast nie Platz. Doch: für fast jede Situation gibt es die passende Duft-Einrichtung, allerdings sind die Lösungen so unterschiedlich wie die Firmen und deren Ansprechgruppen, Motivationen und Corporate Identities. Und die Möglichkeiten sind bei den Geräten auch ganz verschieden.





Auswahl nach Behandlungseinsatz


Es macht einen Unterschied, ob ich mein Office, ein Großraumbüro, mein Wohn- oder Schlafzimmer oder mein Auto beduften möchte. Gibt es im Raum einen Ort, an dem mein Gerät sicher stehen kann und nicht umgeworfen wird? Niemand über das Elektrokabel stolpert? Wo eventuelles Wasser aus dem Tank oder dem Einfüllprozess unauffällig beseitigt werden kann? Wer riecht mit mir mit? Gibt es Kolleg:innen oder Mitbewohner, die der Duft eventuell stören könnte, oder sogar Menschen in meiner Umgebung mit Allergien?


Diffusoren oder Vernebler sind nicht die einzigen Möglichkeiten der Raumbeduftung, auch Duftstreifen oder Duftsteine aus Terrakotta oder anderen Naturmaterialien können wunderbar ätherische Öle aufnehmen und in die Raumluft abgeben. Und dazu kommt: sie verbrauchen keinen Strom und machen keine Geräusche. Doch dazu nachher noch.


Viele meiner Kund:innen möchten Aromatherapie auch für besseren Schlaf im Schlafzimmer nutzen. Hier ist ganz wichtig, dass Diffusoren und Vernebler geräuscharm arbeiten (wie bspw. dieser von LINTRO) und auch eine Zeitschaltuhr haben, von alleine ausgehen nach einem bestimmten Beduftungsintervall. Ich rate auch, dieses Intervall zu prüfen und zu schauen, ob 15 oder 30 Minuten (wie hier beim WMF Ambient) Beduftung möglich sind. Gerade am Abend ist das vollkommen ausreichend. Oft muss es auch kein elektronisches Gerät sein, sondern einfach ein Duftstein auf dem Nachttisch (s.o.) oder ein Kissenspray mit beruhigenden Essenzen (z.B. von Oskari Berlin), von dem einfach vor dem Schlafen ein Sprühstoß aufgesprüht werden kann.



Auswahl nach Stil

Ha – zu diesem Thema gibt es alles und nichts zu sagen. Denn über Geschmack lässt sich nicht streiten! Nur so viel vielleicht: bei meinen Kund:innen gehe ich natürlich nach Vorlieben, nach Charaktereigenschaften, im beruflichen Kontext auch nach der Zielgruppe und nach der Preisstrategie.


Beispiel: eine Naturheilpraxis im High Price Privatkundengeschäft wählt sicherlich eher einen Diffuser aus Naturmaterialien, die jedoch edel und hochpreisig aussehen, zum Beispiel die Linie von SALKING (von der Auswahl der Düfte für dieses Segment spreche ich hier nicht, aber das ist natürlich dann nochmal ausschlaggebend für den Erfolg).


Dem gegenüber sollte eine Allgemeinmedizinpraxis eher ein Gerät aufstellen, das auf Patient;innen (auch die, die nicht mit Aromatherapie in Kontakt sind) klassisch, elegant, vertrauensstiftend und impeccably clean wirkt (wie ggf. dieser Diffuser) , eventuell auch eher unsichtbar ist und nur über die ganz dezente oder kaum wahrnehmbare Beduftung Vertrauen, Entspannung und Wohltat schafft. (Die Inhaltsstoffe sind hier wiederum das A und O)


Bei einem anderen Kunden, einem Raum für Personal Training, war ein ganz anderer Vernebler gefragt: möglichst sichtbar, ein Eyecatcher, möglichst schöne Nebelentwicklung, möglichst auch bunt changierend! Da hier im Sportbereich viel und tief ein- und ausgeatmet wird kann auf ätherische Öle fast verzichtet und nur mit Hydrolaten gearbeitet werden. Das schont die Atemwege und hat einen ganz zarten und angenehmen Effekt, gleichzeitig wird die Raumluft befeuchtet, was die Schutzbarriere der Schleimhäute gegen Mikroben aus der Raumluft stärkt.


Auswahl nach eigenem Beschäftigungswillen :-)

Es gibt Menschen, die lieben ihre Beduftungsgeräte und wollen sich liebevoll und ausdauernd um sie kümmern. Andere wollen vor allem Entspannung (sprich: Stressfreiheit) und einfach nur guten Duft. Beides ist vollkommen legitim! Nur leiten sich aus beiden Ansprüchen unterschiedliche Gerätetypen ab: das Verneblungsgerät mit Wassertank für den Kümmernden und den wasserlosen Diffusor in den man nur die Ölflasche dreht / hängt / steckt für die/den Entspannungsliebende/n. Warum? Weil die wasserhaltigen Diffusoren mehr Pflege brauchen. Man neigt einfach dazu, das Gerät einfach auszuschalten und dann am nächsten Tag, oder nach mehreren Tagen (oder Wochen?) wieder anzudrehen. In 24 oder 48 Stunden haben sich u.U. im Wasser jedoch bereits Keime gebildet, die dann über den Nebelstrom in die Raumluft verteilt werden.


Zwar können ätherische Öle (wie Zitrone) die Keime der Luft eliminieren, aber besser ist es, das Wasser gleich am Abend oder nach Gebrauch auszukippen (in die Blumen meinetwegen, kann ja upcycelt werden!). Den Aufwand spart man sich bei den Wasserlosen (wie bspw. dem von LOXIM) oder MILLEFIORI Dort hängt man einfach sein ätherisches Öl oder noch besser: seine Lieblingsmischung ein und hat ausgesorgt. Das Fläschchen verkeimt nämlich nicht – dafür sorgen schon die ätherischen Öle.



Auswahl getroffen? Ich hoffe. Und stehe für Fragen und Konzeptionen von Duft-Raumkonzepten sehr, sehr gern zur Verfügung.


Julia Falkenstein 🌸

Aromatherapie. Beratung, Seminare, Raumkonzepte, Duftmarketing

info@juliafalkenstein.de | Haubachstraße 9 | 10585 Berlin





(Die hier erwähnten Diffusoren, Vernebler und Beduftungsgeräte sind nur exemplarisch. Ich habe sie ausgesucht weil ich sie kenne, qualitativ finde oder ästhetisch angenehm. Letzteres ist aber immer Geschmackssache und ihr könnt euch genauso einen ganz anderen suchen und aussuchen. Es gibt zudem so viele Diffusoren auf dem Markt... schaut euch einfach selbst um.)

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